Der unausweichliche Abgrund
| Jahr | 2020 |
|---|---|
| Technik | Reine Acrylmalerei auf schwerem Aquarellpapier |
| Masse | 36 x 48 cm |
CHF 480.00
Ein zutiefst persönliches Werk von düsterer, prophetischer Intensität, das der Künstlerin im November 2020 im Traum erschien. Die reine Acrylmalerei fängt die schmerzhafte Ohnmacht einer existenziellen Entfremdung und familiären Zerreißprobe ein – geboren in der lähmenden Isolation einer Epoche, die sich selbst für frei und individuell hält, während sie einer perfiden, kollektiven Gleichschaltung erliegt.
Die Bildkomposition gleicht einem Albtraum aus Licht und Schatten: Ein abyssaler, saphirblauer Mahlstrom bricht sich Bahn wie der betörende, nekrotische Gesang der Sirenen. Doch dieser Strudel ist keine Laune der Natur; er ist ein über Zeitalter hinweg von Menschenhand erschaffenes Kontroll- und Regulierungssystem, das unaufhaltsam an Macht gewinnt und das menschliche Dasein inzwischen bis auf Zellebene durchdringt.
Auf der linken Flanke des Bildes stürzt eine Kaskade goldener, fast skulpturaler Leiber in die Tiefe. Sie wehren sich nicht; verblendet von der Illusion ihrer eigenen Selbstbestimmung gleiten sie willenlos, wie in Trance eines makabren Totentanzes, hinab in den Schlund. Auf der rechten Flanke strecken sich ihnen Gestalten in verzweifelten, rettenden Gesten entgegen. Doch die Tragödie dieses surrealen Abgrunds liegt in ihrer absoluten, metaphysischen Unerreichbarkeit. Es gibt keinen sichtbaren Widerstand bei den Fallenden – durch die hypnotische, narkotisierende Wucht des künstlich genährten Sogs haben sie jede Wahrnehmung für ihre Retter verloren. Die Stimmen der Vernunft verhallen ungehört im Tosen einer Maschinerie, die den Graben zwischen den Welten für immer versiegelt hat und deren unaufhaltsamer Lauf die fundamentale Frage aufwirft, ob das Unabwendbare überhaupt noch aufzuhalten ist.
Anatomie der Ohnmacht. Ein unheimliches, zeitloses Mahnmal über den Verlust des echten Bewusstseins und das schmerzhafte Akzeptieren einer unüberbrückbaren Distanz.
A deeply personal piece of dark, prophetic intensity that appeared to the artist in a dream in November 2020. This pure acrylic painting captures the painful helplessness of an existential divide and familial fracture—born within the paralyzing isolation of an era that perceives itself as free and individual, while completely succumbing to a perfidious, collective alignment.
The composition functions like a nightmare of light and shadow: an abyssal, sapphire maelstrom surges forth like the alluring, necrotic song of the sirens. Yet, this vortex is no fluke of nature; it is a human-made system of control and regulation built over eras, steadily gaining power and now permeating human existence down to the cellular level.
On the left flank of the canvas, a cascade of golden, almost sculptural bodies plunges into the depth. They do not resist; blinded by the illusion of their own self-determination, they drift willingly, as if caught in the trance of a macabre danse macabre, down into the maw. On the right flank, figures reach outward in desperate, saving gestures. Yet, the tragedy of this surreal chasm lies in its absolute, metaphysical unreachability. There is no visible defiance from those falling—due to the hypnotic, narcotic force of this artificially fed current, they have lost all perception of their saviors. The voices of reason vanish unheard in the roaring of a machinery that has sealed the divide between these worlds forever, leaving behind an unstoppable momentum that leaves us to wonder if the inevitable can ever be subverted.
The anatomy of helplessness. A haunting, timeless monument to the loss of true consciousness and the painful acceptance of an insurmountable divide.
Gedanken